Stichsäge sägt schief – Was tun?

Mal eben einen Zuschnitt mit der elektrischen Stichsäge – für viele Heimwerker keine große Sache. Die Stichsäge findet sich inzwischen in den meisten Hobby-Werkstattausstattungen und der unkomplizierte Umgang macht sie zu einem beliebten Hilfsmittel für vielfältige Aufgaben. Trotzdem sind die Ergebnisse, gerade bei längeren, geraden Schnitten, immer wieder eine Enttäuschung für den ambitionierten Heimwerker. Ist der Schnitt unerwartet ungenau oder sogar erkennbar schief, bleibt oft die Frage: „Was habe ich da nur falsch gemacht?“


Stichsäge sägt schief – Tücken der Technik

Ist man mit den Ergebnissen seiner Arbeit nicht zufrieden, gilt es, im ersten Schritt alle relevanten Komponenten der Technik auf korrekte Funktion zu überprüfen:

 Das Sägeblatt

Beschädigte oder abgenutzte Sägeblätter wirken sich merklich auf die Qualität des Schnittes aus. Deshalb sollte das Sägeblatt regelmäßig kontrolliert und frühzeitig ersetzt werden. Dabei ist auch die Qualität der eingesetzten Blätter von Bedeutung – von allzu günstigen Sägeblättern sollte man keine Wunder erwarten. Entscheidend ist auch die Wahl des richtigen Sägeblattes für die jeweilige Aufgabe. Material, Größe und Zahnung sollten speziell nach der Art des Werkstückes und den Anforderung an den Schnitt gewählt werden.

Die Führungsrolle

Die meisten Stichsägen sind mit einer sogenannten Führungsrolle ausgestattet. Sie gewährleistet ein gleichmäßiges Auf und Ab des Sägeblattes. Durch ihren Sitz und ihre Form soll sie seitliche Bewegungen des Sägeblattes verhindern. Ist diese Führungsrolle defekt, verklemmt oder verschlissen, kann sich dies auf die Schnittführung negativ auswirken.

Die Fußplatte

Beim Sägen gleitet die Stichsäge auf der Fußplatte über das Werkstück. Diese trägt die Säge und bildet gleichzeitig auch eine optische Orientierung für den Geradeauslauf. Gerade bei günstigeren Modellen besteht die Gefahr, dass sich hier Befestigungen mit der Zeit lösen und so der Fuß verschiebt. Auch hier sollte eine regelmäßige Kontrolle des Zustandes erfolgen und gegebenenfalls eine Justierung durchgeführt werden.


Häufig auftretende Anwendungsfehler

Sind alle technischen Schwachstellen geprüft und wird die gewünschte Präzision trotzdem nicht erreicht, gilt es, das eigene Vorgehen kritisch zu betrachten:

Arbeitsvorbereitung

Gerade bei dünneren Materialien könne Vibrationen eine gerade Schnittführung enorm erschweren. Daher ist eine stabile Unterlage und eine korrekte Fixierung des Werkstückes von entscheidender Bedeutung. Die Sägelinie sollte zudem sorgfältig angezeichnet sein. Stichsägen mit Laserführung erleichtern zwar die Orientierung, trotzdem sollte eine Linie auch so angezeichnet sein, dass man sie problemlos verfolgen kann.

Die Schnittführung

Eine Pendelhubstichsäge arbeitet sich durch die Bewegung des Sägeblattes alleine durch das Material und sollte deshalb nur mit sanftem Druck bewegt werden. Gerade in Kombination mit eventuell vorhandenen Fehlern an Sägeblatt und dessen Führung, verursacht zu starker Druck oder der Versuch des korrigierenden Einwirkens auf die Vorwärtsbewegung schnell unschöne Ergebnisse.


Fazit

Besonders die freihändig geführte Stichsäge stößt in Sachen Präzision bei längeren, geraden Schnitten an Grenzen. Gerade härtere Hölzer oder solche mit Maserung stellen hier eine große Herausforderung dar. Profis greifen zu Alternativen, wie der Handkreissäge. Für den Heimwerker bietet der Fachhandel verschiedenes Zubehör, das der Stichsäge zusätzliche Genauigkeit der Schnittführung ermöglicht, wie zum Beispiel Führungsschienen oder Stichsägetische.

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